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Gee's Bend, Rosie Lee Tompkins und Improv Quilts

Ein Werkstattgespräch mit Carolin Kropff.

 

Dieses Werkstattgespräch ist den Pionierinnen des improvisierten Quiltens gewidmet, den Frauen von Gee's Bend, der großartigen Rosie Lee Tompkins, und wie wir durch intuitives, nicht systematisches Zerschneiden und Neukombinieren textile Oberflächen schaffen können.

07. 12. 17-19 Uhr

Unkostenbeitrag: ab 2 Euros.

Eine Anmeldung ist erforderlich. Es ist noch zwei Plätze frei.

Es gibt faszinierende Kombinationen von Möglichkeiten, einen Quilt zu machen, und es gibt eine inhärente Verbindung  von Quilts zu Menschen, Weisen der Herstellung, Zeit und Geschichten. Meine Untersuchung über die materialbasierten Art und Weise, farbige Oberflächen durch Nähen und Schneiden von Textilien zu gestalten, stieß mich auf die Arbeit von Gee's Bend und  Rosie Lee Tompkins, die heute Kultstatus besitzen.

Wikipedia schreibt über die Gee's Bend:

The quilts of Gee's Bend are quilts created by a group of women and their ancestors who live or have lived in the isolated African-American hamlet of Gee's Bend, Alabama along the Alabama River. The quilts of Gee's Bend are among the most important African-American visual and cultural contributions to the history of art within the United States. Arlonzia Pettway, Annie Mae Young and Mary Lee Bendolph are among some of the most notable quilters from Gee's Bend. Many of the residents in the community can trace their ancestry back to enslaved people from the Pettway Plantation.[1] Arlonzia Pettway can recall her grandmother's stories of her ancestors, specifically of Dinah Miller, who was brought to the United States by slave ship in 1859.[2]

 

Rosie Lee Tompkins war ein Synonym von Effie Mae Howard (1936-2006. In den 80 Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckte der Quiltsammler und Psychologe Eli Leon (1935-2018) ihre Quilts auf einem Flohmarkt in North Oakland und unterstützte sie fortan.

Rosie Lee Tompkins gilt heute weithin als eine der virtuosesten und erfindungsreichsten Quiltmacherinnen ihrer Zeit. Mittlerweile wird ihr Werk nicht mehr nur im Kontext des Quiltens betrachtet, sondern ist als Kunst etabliert.

Ihre Patchworkarbeiten, die sie nicht selbst gequiltet hat, konstruierte sie aus neuen und gebrauchten Stoffen, die von Samt, Filz, Jeans, Kunstpelz bis hin zu Glitzer- und Polyesterstoffen reichen. Neben der Vielfalt der unterschiedlichen Stoffqualitäten bestehen die Muster auch aus einer Vielzahl von scheinbar improvisierten Blöcken, wie dem Half Square Triangle, dem Medaillon und Log Cabin, dazu kommen Applikationen, Yoyos und Stickereien, die alle frei und scheinbar mühelos miteinander verbunden sind. Der Farbkontrast ist lebhaft. Gestickt werden Zahlen und Bibeltexte. Auch greift sie zeitgenössische Ereignisse auf, die oft mit dem Leben der afroamerikanischen Bevölkerung der USA verbunden sind.

Effie Mea Howard war nicht an Öffentlichkeit interessiert, was die Wahl eines Künstlernamens erklärt. Sie war sehr religiös und glaubte unbedingt, dass Gott ihre Hand bei ihrer Arbeit leitet. Sie lernte das Quilten von ihrer Mutter.

Sie war Krankenschwester und Mutter von 5 Kindern, inklusive ihrer Steppkinder.

Improv Quilts werden durch ihre freie Anordnung und Vielfalt aus. Sie sind nicht unbedingt mit einem Entwurf verbunden, sondern entwickelt sich aus dem Improvisationsteppich und entwickelt sich, während die Quilterin die Stoffe schneidet und näht.

Mit freundlicher Unterstützung vom Kulturamt Frankfurt.