About Portraiture – persönliche Gedanken - von Britta Kaldolsky

Aktualisiert: 28. Okt. 2021


o Typische Klingel in Venedig

o Gullydeckel

o Notruf U-Bahn Frankfurt


Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht.

Wer kennt diesen Reim nicht?! Er verdeutlicht, wie wenig es braucht, um ein Gesicht darzustellen. Wir glauben in allem, was 2 Punkte und einen Stricht hat, ein Gesicht zu erkennen, wie diese Beispiele zeigen.


Dieses sogenannte faziale Schema, mit seiner Reduktion auf ein Minimum der Formen, ergibt ein allgemeingültiges Urbild des menschlichen Antlitzes.

Auch in Microsoft-Word findet eine Verwandlung in einen Smiley statt, wenn man die Satzzeichen Doppelpunkt und Klammer-zu-Zeichen eintippt :-) . Probiert es mal aus!


Das Porträt hat eine besondere Bedeutung für mich.

Ich schaue Porträts gerne an – in der Kunst, als Familienbilder, und produziere auch gerne selbst welche. Als Modell nehme ich, was gerade verfügbar ist.

Wenn ich im Zug sitze, porträtiere ich heimlich Mitreisende. Beim Fernsehen skizziere ich Nachrichtensprecher*innen oder Moderator*innen. Im Zeichenkurs kann ich sehr unterschiedliche Positionen eines professionellen Modells zeichnen. Da sich meine Familie nicht gerne von mir zeichnen lässt, nutze ich Fotos als Vorlage oder den Spiegel für Selbstporträts.


Die Relevanz von Porträts


Nur aufgrund von Porträts, der gemalten sowie der frühen Fotos, wissen wir, wie Kaiser und Könige, die ersten amerikanischen Präsidenten, berüchtigte Diktatoren oder bedeutende Wissenschaftler - wenn auch geschönt und verherrlicht, ausgesehen haben. Porträts tragen so dazu bei, dass wir uns ‚ein Bild machen können‘.

Porträts von Berühmtheiten wie Albert Einstein, John F. Kennedy, Matin Luther King, Che Guevara, Mao Tse-tung, Karl Marx, Andy Warhol, Sigmund Freud, Marilyn Monroe, Elvis und vielen anderen, wurden so zu Ikonen.


Das Bildnis des Menschen ist allgegenwärtig, heute mehr denn je: Dank Smartphone und sozialer Medien - überall blicken uns Gesichter an. Von Werbe-Plakaten schauen die Gesichter von Stars, Models oder Politikern auf uns.


Bildnisse unserer Lieben umgeben uns. Dank alter Fotos wissen wir, wie beispielsweise die Uroma aussah, obwohl wir zu jung waren, um uns noch daran erinnern zu können. Außerdem verbinden wir mit einem Gesicht den Menschen, den wir lieben (oder auch hassen). Beim Betrachten eines Porträts gibt es unzählige Interpretationsmöglichkeiten und es kann Emotionen auslösen - auf jeden Fall führt es zu einer Bewertung und Beurteilung.

Eine Kommunikation empfinden wir als besonders gut oder authentisch, wenn wir dem Gegenüber ins Gesicht sehen können und den vielschichtigen Kontext seines Blickes, die emotionale Verfassung, interpretieren können.


Nirgends ist der Mensch so sichtbar und präsent wie in seinem Gesicht. Das Gesicht ist der ‚Mittelpunkt’ des Menschen. Wir glauben, dass das Wesen eines Menschen im Gesicht erkennbar ist. Wir versuchen den Gesichtsausdruck einzuordnen, zu lesen und zu verstehen. Die Mimik ist wichtig, um die Stimmung des Gegenübers zu erkennen – eine intuitive Fähigkeit und wichtige soziale Expertise: Emotionen lesen zu können, kann Überlebenschancen sicher.

Cicero soll gesagt haben: Das Gesicht ist ein Abbild der Seele.


Kann man eine Seele malen beziehungsweise künstlerisch darstellen?

Was ist am wichtigsten bei der Darstellung von Menschen, Gesichtern, Porträts?

Ob es die realistisch dargestellt Physiognomie oder eine Idealisierung ist – über die Jahrhunderte war das Genre der Porträtmalerei drastischen Veränderungen unterworfen. Die Aufgaben eines Porträts waren auch sehr unterschiedlich: Es diente der Propaganda, als Stellvertreter im Falle der Abwesenheit und dem Andenken nach dem Tod.


Ein herausforderndes Sujet für die Kunst!

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