About Portraiture The Exhibition

Aktualisiert: 27. Nov. 2021


monika romstein


Das Kolloquium über Porträtmalerei zeigte repräsentative Arbeiten der Teilnehmer am 30. 11. 2021.

Von meiner Seite aus sollte die Ausstellung auch den Dialog selbst als Rahmen beinhalten, ohne die einzelnen Arbeiten in ihrer Individualität einzuschränken.

Wir trafen uns während der Ausstellungswoche erst einmal, dann ein zweites Mal. Zunächst konnten wir uns kaum einigen. Mein Ausstellungsvorschlag wurde abgelehnt. Er beruhte darauf, dass sich die einzelnen Werke in der Farbe und vor allem in der Größe stark unterschieden. Die großen Bilder sollten keinesfalls die kleineren, zarteren Werke überschatten. Ich konnte mir keine ideale, fein abgestimmte Ausstellung vorstellen, die allen Werken in dieser Vielfalt und Sperrigkeit gerecht wird.

Mein Vorschlag lautete daher: Auf der größeren Wand rechts vom Eingang wollte ich skizzenhafte Arbeiten auf Papier aller Teilnehmer ausstellen, die keinen Anspruch auf Meisterschaft erheben. Diese bescheidenen Arbeiten wollte ich in einer übersichtlichen und einfachen Ausstellungsweise präsentieren, gerahmt und etwas uninspiriert nebeneinander aufgereiht. Die gerahmten Werke sollten den ganzen Abend über zu sehen sein. Die Wand gegenüber sollte dann eine Stunde lang abwechselnd einzelne Positionen zeigen, die die Betrachter: innen in Ruhe als (fast) Einzelausstellung erleben könnten.


Alle Arbeiten, außer die gerade ausgestellten, sollten im Atelierraum lapidar wie in einem Lager ebenfalls zu sehen sein. Außerdem warteten wir noch auf Malereien und Skizzen von Felicity Brown. (Wir warteten vergeblich – sie steckten bis letzte Woche im Zoll fest. Die UK ist seit Brexit viel weiter entfernt. Wir haben das unterschätzt.)

Wie dem auch sei. Ich konnte mich mit meinem Vorschlag nicht durchsetzen. Wir trafen uns einen Tag vor der Eröffnung erneut, und mit gegenseitiger Offenheit fielen die einzelnen Teile wunderbarerweise auf ihren Platz. Felicitys Arbeiten waren immer noch nicht da, also musste ich was ihren und meinen Teil anging, etwas umgestalten. So wählte ich zwei Gemälde, die wir gemeinsam gemalt haben und nicht, wie gehofft, eine Reihe von ihren wunderbaren Papierarbeiten. Martin schlug vor, eine seiner Malereien, ein Querformat, in die Küche über die Toilettentüren zu hängen. Das war der Eisbrecher für mich. Porträts sieht man nicht nur in repräsentativen Kontexten, in Museen und Regierungsgebäuden; viele hängen im häuslichen Bereich. Und so konnte ich den engen Ausstellungsraum in meinem Kopf ausgedehnt vor mir sehen, wie er sich unbestimmt in den Atelierraum hinein erweitert. Monika hat ein zartes Gemälde konsequent schwebend im Atelier aufgehängt, eine großartige Geste!

Und mit meiner Idee von einer Ausstellung, die mit dem Rotieren der Arbeiten auch mit Zeit umgeht, kommen Felicitys Arbeiten auf ihre Weise rechtzeitig und werden, da Raum und Zeit Variablen sind, ebenfalls online mit präsentiert.

Wie sich Raum, häuslicher Raum, repräsentativer Raum, Zeit, Vergänglichkeit, Individualität, Sperrigkeit und Relationen zur Porträtmalerei verhält, wollen wir in 2022 weiter vertiefen.

Ich habe unseren Austausch als inspirierend und bereichernd erlebt und bedanke mich bei allen für ihr großartiges Engagement.






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