MICHAEL KLIPPHAHN & ANNA NERO

Aktualisiert: 14. Juli 2021


Am Freitag, den 2. Juni trafen sich Michael und Anna, um die Ausstellung um 19 Uhr zu installieren.

Ich möchte einige persönliche Gedanken über meine Motivation teilen, warum ich beide zu „“ einladen habe.

Da ich selbst eine figurative Malerin bin und vor einiger Zeit Michaels Arbeiten in der Wolfstaedter Galerie in Frankfurt gesehen hatte, wollte ich mehr über die Tüchlein Malerei wissen, die er als Technik verwendet. Sie stammt, soweit ich weiß, aus der Zeit von Dürer. Er hat an der Kunstakademie in Dresden studiert.

Ich habe Anna im Atelier kennengelernt. Sie ist um 2017 herum eingezogen und hat einige Zeit in der Lange Straße 31 gearbeitet. Sie hat in Leipzig studiert, kommt ursprünglich aus Frankfurt. Vor Leipzig war sie in Mainz, gleich um die Ecke.

Dresden und Leipzig waren und sind bekannt für einen profunden Wissenstransfer altmeisterlicher Weisheiten in Form von mehrschichtigen Maltechniken. Beide hatten Zugang zu diesem außergewöhnlichen Wissen, das man in westdeutschen Kunstschulen, wie der Städelschule, nicht ohne weiteres finden kann. Beide nutzen das Wissen auf sehr unterschiedliche Weise. Beide verwenden die Maltechnik, um etwas zu zeigen, das wir wiedererkennen können. Trotzdem ist Anna für mich eine eher ‚typische‘ Frankfurter Künstlerin/Malerin. Wahrscheinlich wirft Anna das 'alte' Zeug weg. Aber sie tut es, wenn ich richtig liege, natürlich auf eine bewusste Art und Weise. (Sie benutzt aber immer noch Tier- oder Knochenleim, um ihre Leinwände zu grundieren.) Michael verbindet seine Art zu malen mit dem Bildermachen im Internet.

Annas Malerei ist - meiner Meinung nach - wie eine Demonstration der Grammatik der Malerei; eine kluges Differenzieren, indem sie Aspekte der Malerei dekonstruiert und neu sortiert. Ihr Interesse gilt nicht der Qualität mit Farbe an sich und der Evokation von Licht, um z.B. subtile Farbbeziehungen entstehen zu lassen – hier wird keine Alchemie der Farbe zum Gegenstand der Analyse. Hier wird zum Beispiel die Fähigkeit der Malerei, etwas darzustellen, das wir erkennen können, die Rolle des Substantivs in einem Gemälde einnehmen und, sagen wir mal, eine grobe Pinselgeste die des Dativs.

Michaels Malerei ist viel sinnlicher. Viele Farberscheinungen können nur indirekt gemalt werden, durch subtraktive Farbmischungen, also nur durch Mehrschichtigkeit. Dies unerreichte Farbigkeit, die die Malerei materiell, also mit Pigmenten, erreichen kann, ist in Michaels Arbeiten präsent. Hier entzieht sich dann auch meistens die Möglichkeit der Beschreibung dessen, was farblich erscheint. Man muss es sehen.


On Friday, June 2, Michael and Anna met to install the exhibition with the opening at 7 pm.

I want to share some personal thoughts about my motivation why I invited them both to "".

Being a figurative painter myself and having seen Michael's work at Wolfstaedter Gallery in Frankfurt some time ago, I wanted to know more about the Tüchlein painting that he uses as a technique. It dates back, as far as I know, to the time of Dürer. He studied at the art academy in Dresden.

I met Anna in the studio. She moved in around 2017 and has worked at Lange Straße 31 for some time. She studied in Leipzig, but is originally from Frankfurt. Before Leipzig, she studied in Mainz, just around the corner.

Dresden and Leipzig were and are still known for a profound transfer of knowledge of old master's wisdom in the form of multi-layered painting techniques. Both had access to this extraordinary knowledge, which cannot easily be found in art schools located in the western part of Germany, such as the Städelschule. Both use the knowledge in very different ways. Nevertheless, Anna is for me a more 'typical' Frankfurt artist/painter. Probably Anna throws away the 'old' stuff. But she does it, if I'm right, in a conscious way, of course. (She still uses animal or bone glue to prepare her canvases, though). Michael connects his way of painting to image-making on the internet.

Both use painting techniques to show something we might recognize.

Anna's painting is - in my view - like a demonstration of the grammar of painting, like a smart exercise by deconstructing and re-sorting aspects of painting. Her interest is not working with colour and evoking light, such as subtle relationships of colour - no alchemy of paint is at the center of her examination. Here for example, the ability of painting to represent something that we recognize can have the role of the noun in a painting and, let say, a rough brush gesture is it's dative.

Michael's painting is much more sensual. Many colour sensations can be painted only indirectly, through subtractive colour mixing, that is, through multi-layering. This unsurpassed colorfulness, which only painting can evoke with its base material of pigments, is present in Michael's works. Here, the possibility of describing the interaction of colour largely escapes us. One must see it.

23 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen