Textil-Kunst-Werkstatt in der GBS in Frankfurt


Dienstag war mein erster Tag an der Grundschule der Georg-Büchner-Schule in Frankfurt. In diesem Schuljahr biete ich 2 AGs für die 1./2. Klasse und die 3./4. Klasse an und nannte sie Textilkunst AG. Ich habe viel Arbeit in die Vorbereitung gesteckt und recherchiert, was es für Projekte für kleine Hände gibt und was andere schon ausprobiert haben. Und natürlich habe ich versucht herauszufinden, was ich den Kindern selbst zeigen möchte und was ich es ihnen beibringen möchte.

Der letzte Punkt ist für mich ganz klar. Ich möchte meine Begeisterung für das kreative Gestalten mit den Händen im Umgang mit Materialien weitergeben und sie dazu anleiten, es irgendwann selbst zu tun und ihr eigenes Ding zu kreieren. Und darüber bin ich dann letztlich auch an meinem ersten Tag gestolpert. Es ist immer leicht, sich etwas einfallen zu lassen, aber um es dann umzusetzen, braucht man Wege und Geduld. Und wie die Kinder konnte ich mich in der Mitte der beiden 'Stolpersteine' wiederfinden. Ich merkte, dass meine Vorstellung von Unterricht mehr 'Optionen' braucht, mehr Offenheit, um auch die schnell ungeduldigen und schnell gelangweilten Kinder mitzunehmen und die ruhigeren, die von den ungeduldigen, meckernden Kindern eher in den Schatten gestellt werden. Und auch mit dem Ablauf, den Sequenzen. Die Kleinen waren viel anspruchsvoller, und die Kinder der 3. und 4. Klasse hatten eine tolle Bereitschaft, sich mit Nadel und Faden und dem manchmal mühsamen Einfädeln zu bewerkstelligen. Das war toll zu erleben. Denn ohne herauszufinden, wie man mit Nadel und Faden umgeht, welche Stiche man machen kann und wie man damit umgeht, was auch Fingerfertigkeit erfordert, sind die Möglichkeiten, etwas mit Textilien zu gestalten, minimal. Die Kinder und ich fangen also beide bei den wesentlichen Nicht-Kleinigkeiten an, bei den Großartigkeiten. Es sind immer kreative Lösungen gefragt. Und das ist es auch, was ich den Kindern zeigen möchte. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Unterricht zwar anders verlaufen, als ich es mir vorgestellt hatte, aber irgendwie viel besser. Ich bin noch dabei, das herauszufinden. Schritt für Schritt, Stich für Stich.

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