Visible Mending & Sashiko

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There is a crack in everything, that’s how the light gets in.

Leonard Cohen

Vom Ausbessern und Flicken, Sashiko und Stopfen!

Verlängern Sie das Leben Ihrer liebgewonnenen Textilien und erlernen Sie neue Fertigkeiten, die Sie ein Leben lang begleiten werden!

In dem Workshop widmen wir uns dem Visible Mending, dem ‚Sichtbaren Stopfen‘ und lassen uns im Wesentlichen von dem japanischen Sashiko und Boro inspirieren.

Mit Nadel und Faden geben wir unseren liebgewonnenen Kleidungsstücken ein langes Leben, stärken das Selbstvertrauen zu den eigenen Fähigkeiten und nehmen aktiv am Slow Fashion und Slow Stitching Movement Teil.

Keine Vorkenntnisse nötig, ein Umgang mit Nadel und Faden und die Lust am Experimentieren sind hilfreich.

In Vorbereitung. Kontaktieren Sie mich bei Interesse.

Care for your cloth as a good friend they are.

Joan Crawford


Grundzüge des Workshops:

Wir bringen unsere liebgewonnenen Kleidungsstücke wie Jeans und Sweater mit. Auch alles was Löcher hat und uns nicht so  gefällt, aber ein witziges Muster, eine interessante Farbe hat, handgemacht ist oder einfach eine gute Stoffqualität hat, ist willkommen. Wir können sie zum Patchen benutzen, tauschen und für andere bereitstellen.

Wir lassen uns vom japanischen Boro und Sashiko inspirieren und patchen die Löcher frei mit dem einfachen Vorwärtsstich, mit traditionellen und ausgewählten Sashikomustern. Wir können uns dabei über den meditativen Aspekt des Slow Stitching und nachhaltige Ideen von Re-Fashion austauschen, während wir unserer Hand beim Nähen/Sticken beobachten, wie langsam die Muster und Strukturen entstehen. Wir lernen auch voneinander.

Was wir brauchen:

Wir bringen unsere liebgewonnenen Kleidungsstücke mit, die wir reparieren wollen und Stoffe, die sich zum Patchen eigenen, idealerweise Jeans. Stoffe zum Patchen.

Scheren: eine kleine Fadenschere, eine Stoffschere;

Sashikonadeln/ Sticknadeln oder auch Sticknadeln;

Sashikogarn, Baumwollstickgarn, Perlgarn;

Sashiko Nähring, optional, sehr nützlich - er kann auch selbst gemacht werden: 

(https://www.youtube.com/watch?v=rW96lpXKAgA)

Lineal - Quiltlineare funktionieren toll,

Kreidestifte oder andere Textilstifte, die wieder verschwinden, z.B. durch Hitze oder Wasser, hell oder dunkel je nach Stofffarbe;

Papier, Bleistift, Lineal.

Wenn wir unsere lieb-gewonnenen Kleider reparieren wollen, können wir auf das Wissen derer zurückgreifen, die vor uns kamen, Erfahrung gesammelt haben und bereit waren, diese langsam entwickelten Handwerksmethoden an andere weiterzugeben. Wenn wir dabei vertrauter werden mit dem Nähen mit der Hand, lernen wir ganz nebenbei wesentliche Aspekte des Textildesigns kennen, der Achtsamkeit und des nachhaltigen Umgangs mit Material in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.

Der Hintergrund:

Textiles Material:

Solange es Kleidung gibt, gibt es auch geflickte und wiederverwendete Stoffe. Seitdem Stoff in unvorstellbar großen Mengen billig produziert wird, haben wir das Ausbessern und Wiederverwenden aus den Augen verloren. Aber mit steigendem Bewusstsein über den enormen negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die oft miserablen Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken hat das Interesse am Flicken wieder zugenommen. Heute sind reparierte und personalisierte Kleidungsstücke aktuelle Zeugnisse eines modernen Zeitgeistes, ein Ausdruck für den Wunsch nach einer nachhaltigen Gesellschaft.

In Anlehnung an Kultur in Japan, wo die Praxis des Flickens immer ein Teil des täglichen Lebens war, reparieren und personalisieren wir unsere abgetragene Kleidung. Das Reparieren bringt die Genugtuung mit darüber mit sich, dass unsere Kleidungsstücke lebendig und erhalten bleiben und nicht vorschnell in den Abfallkreislauf gelangen.

Heute sind sichtbar reparierte und personalisierte Kleidungsstücke aktuelle Zeugnisse eines modernen Zeitgeistes, ein Ausdruck für den Wunsch nach einer nachhaltigen Gesellschaft.

Sashiko bedeutet wörtlich übersetzt: kleine Stiche. Es sind einfacher Vorwärtsstiche, die allerdings sehr kurz sind und in regelmäßigen Abständen auftauchen. Der Stich selbst ist nicht nur nützlich und effizient, er ist auch dekorativ. Er diente ursprünglich dazu, schnell und einfach Stoffe zu stärken, wärmer zu machen und auch sie zu reparieren. Die kleinen Stiche sind also wesentlichen Nutz- und Quiltstiche.

Sashiko ist, wie die meisten handwerklichen Methoden, einfach und komplex zugleich. Je nachdem wie die Nadel rhythmisch ihren Weg durch die Stofflagen finden, entstehen unendlich viele Muster und Variationen von Grundmustern sind möglich.

Traditionell wird Sashiko mit speziellen, langen und stabilen Nadeln und wenig gezwirnten anders farbigen Baumwollfäden ausgeführt. Klassisch sind weiße Fäden auf Indigo gefärbten Stoffen. Wir können auch Stickgarne und Sticknadeln verwendet werden, die wir zu Hause haben.

Mit den berühmten Boros, die heute Kultstatus genießen, steht Sashiko exemplarisch für den nachhaltigen, kreativen und achtsamen Umgang mit unseren Ressourcen.

Ursprünglich ist Sashiko also ein Stich zum Quilten, d.h. mindestens zwei Stofflagen werden durch Sashiko zusammengehalten. Damit werden die Stoffe fester und haltbarer und in ihrer Textur eigenartig. Diese Eigenschaft und das reiche Erbe, auf das wir zurückgreifen können, macht Sashiko zu dem idealen Thema des Slow Stitching- und Slow Fashion Movements und zu einer Quelle der Inspiration!

Die Stichtechnik:

Sashiko bedient sich einer eigenen Handnähtechnik, die sich Unshin nennt. Dabei wird die etwa 5 cm lange Nadel mit Hilfe eines speziellen Nährings, der in der Handinnenfläche zu liegen kommt, wie eine Gardinenstange mit regelmäßigen Auf- und Ab-bewegungen der Nadel durch den Stoff geführt wird. Dabei schiebt die Nadelhand die Nadel vorwärts, während die andere Hand den Stoff leitet.

Mit einiger Übung kann sehr schnell, sehr regelmäßig und meditativ genäht werden.

Als Herrenschneiderin, die die europäische Handnähtechnik mit dem Fingerring beherrscht, ist es faszinierend zu lernen, wie das Aufreihen der kurzen Stiche auf eine lange Nadel viel geradere Linien erlaubt als z. B. das Stich für Stich nähen mit einer sehr, sehr kurzen Quiltnadel.

Die Muster und Motive:

Bei Boro und Flicken werden Sashiko-Stiche häufig freihändig und ohne Hilfe eines Gitters genäht, wobei das Aussehen der Stiche, die nützliche funktionale Notwendigkeit unterstreicht.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Sashiko jedoch zu einer feineren Form der Oberflächengestaltung mit komplexeren geometrischen Stichmustern, die horizontale und vertikale Stiche kombinieren.

Es lassen sich zwei Hauptstile unterscheiden:

Moyō-sashi, (Moyo bedeutet Muster) bei dem die Muster durch lange Reihen von Stichen entstehen, und Hitome-sashi, bei dem das Muster durch die Anordnung einzelner Stiche auf einem Raster entsteht. Es werden auch figurative Muster entworfen. Die Variationen sind mannigfaltig.

Kuguri-sashi gehört zu den moyōzashi und ist eine zweistufige Stichtechnik, die wunderschöne, strukturierte Muster auf dem Stoff erzeugen. Im ersten Schritt wird ein Hitome-Sashi-Muster gestickt, im zweiten Schritt werden diese Stiche mit Nadel und Faden unterwebt. 

Kogin-zashi ist eine der Techniken des Sashiko, der seinen Ursprung in dem Teil der heutigen Präfektur Aomori hat und bei der die Fäden ähnlich wie beim Kreuzstich, gezählt werden.

Wie übertragen wir das Muster?

Wir können die Raster und Motive direkt auf Stoff zeichnen. Wir können mit einen Kreidestift, einen Stift, der wasserlöslich oder bei Hitze verschwindet, Transferstift oder Bleistift mit Kohlepapier, das sich für Stoff eignet, die Muster auf dem Stoff verzeichnen. Wir können intuitiv 'sticken' und organische Strukturen entstehen lassen.

Die Philosophie von Sashiko in Japan.

Das japanisches Wort monozukuri bedeutet übersetzt, Dinge (mono) herzustellen (zukuri). Unter Herstellen wird hier das Herstellen von Hand gemeint.

Monozukuri beinhaltet die japanische Arbeitsethik und ihr Streben nach Perfektion. Zu dieser Arbeitsethik gehört auch das Konzept von Mottainaizu schade zum Wegwerfen

Im Geiste von Boro und Mottainai, verwenden man, was man bereits hat. Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln und Respektieren. 

(Wangarĩ Muta Maathai (eine bekannte kenianische Sozial-, Umwelt- und politische Aktivistin und die erste Afrikanerin, die den Nobelpreis für Umwelt/Nachhaltigkeit erhielt, hat das Wort Muta Maathai geprägt).

Mehr Hintergrund dazu findet Ihr auf https://www.japanesesashiko.com/sashiko-story, der eine der Quellen meiner Recherche ist.

 

 

 
 

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